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Donnerstag, 26. Mai 2016
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Rennserie & der 24h-Klassiker auf der Nordschleife
News zur BfGoodrich Langstrecken Meisterschaft und den 24h am Nürburgring


Vorschau auf die restlichen Sportwagenklassen bei den 24h Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Donnerstag, 26. Mai 2016

Ein Überblick über die restlichen GT-Klassen beim 24 Stunden Rennen am Nürburgring rundet unsere Vorschau auf den Klassiker ab.

SP10: stadavitasp10.jpg Mit gerade einmal 4 GT4/SP10-Autos startet das bislang kleinste Feld in dieser Klasse in der Geschichte des Klassikers. 2 Aston Martin Vantage GT4 ein BMW M3-GT4, und ein Porsche Cayman GT4 des Pro Sport Performance-Teams starten in diesem Jahr. Obwohl die GT4-Klasse derzeit wieder im Aufwind ist schlägt sich dies an der Nürburgring Nordschleife noch nicht nieder. Die beiden Aston Martin Vantage GT4 der Teams AVIA-Mathol (Weber/Bermes/Preacher/Still) und Stadavita-Mathol (Lungstrass/Kuhs/Preacher/von Bär) werden sich hier mit dem Team Securtal Sorg Rennsport BMW M3-GT4 von Bender/Bayer/Kratz/Mihm und dem Cayman von Viebahn/Rebhan/Moller-Madsen duellieren.

CUP3: Aus der neuen Cayman Trophy by Manthey treten 4 Teams an: Black Falcon, Teichmann Racing , Mathol Racing und Mühlner Motorsport stehen je ein Auto, wobei die Besatzungen bis dato noch nicht 100% fixiert waren.

SPX: Neben den beiden Scuderia Cameron Glickenhaus SCG003 die auch Kandidaten für das Top30 Qualifying sind startet wie in der VLN Langstreckenmeisterschaft ein Manthey-Cayman in der Klasse, wobei es sich um das GT4-Entwicklungsauto von Manthey handeln dürfte.

E1-XP: In der Experimentalklasse startet der dritte Glickenhaus Bolide, der SCG P4/5 Competitione M16, von dem aber mangels Testeinsätzen nicht all zu viel erwartet werden sollte.

SP-Pro: Hier kommt ein Lexus RC-F der japanischen Gazoo-Racing Mannschaft hinzu. 4 japanische Piloten teilen sich das Cockpit des Boliden.

V6-Klasse: 7 Porsche – 4 Cayman S der Teams Mathol Racing, Team Securtal Sorg Rennsport und Speedworxx Racing sowie 3 991/911 von Black Falcon, aesthetic Racing und Speedworxx starten in der seriennahen Top-Kategorie. Auf den beiden Speedworxx-Porsches sind dabei insgesamt 7 argentinische Piloten gemeldet.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 25. Mai 2016 )
 
Der Rennbericht zum 44. 24h Stunden-Rennen am Nürburgring... Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Donnerstag, 26. Mai 2016

... kann ab sofort unter diesem Link auf unseren Seiten eingesehen werden. 163 Teams stehen auf der vorläufigen Nennliste der 44.ten Ausgabe des Klassikers. Gelingt Audi der vierte Sieg? Oder kommen die neuen Konstruktionen von Porsche, BMW und Mercedes durch und können den Ingolstädtern den geplanten Erfolg verhageln?

Alle Infos, Fotos und Ergebnisse zum bedeutensten deutschen Sportwagen-Langstreckenevent findet ihr auf unserer Bereichteseite zur 44. Ausgabe des Langstreckenklassikers .

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 26. Mai 2016 )
 
Vorschau auf die SP7-Klasse bei den 24h Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Mittwoch, 25. Mai 2016

In mantheysp7_59.jpgder SP7-Klasse sind beim diesjährigen 24 Stunden Rennen am Nürburgring 13 Teams eingeschrieben. Anders als in der VLN Langstreckenmeisterschaft werden hier die CUP2-Teams mit den reinen Cup-Porsches in die Klasse integriert, so das beim Langstreckenklassiker eine höhere Anzahl an Startern zusammen kommt. 13 Autos von 11 Mannschaften stehen hier in der Klasse am Start.

Jeweils 2 Autos bringen Manthey Racing und GetSpeed Performance an den Start. Mantheys #59 mit dem Quartett Smith/Renger/Reimer/Proczyk dürfte das stärkere der beiden Autos aus dem Traditionsteam sein. Wie stark Getspeeds Mannschaften einzuschätzen sind lässt sich derzeit noch nicht sagen, da die Besetzung beider Cockpits offensichtlich noch nicht beendet ist. Einer der stärksten Konkurrenten dürfte Black Falcons blackfalconsp7_56.jpg991 GT3 Cup mit dem Quartett Weishaupt/Plesse/Toril/Devegius sein.

Von Kremer Racings Porsche - die Kölner Mannschaft steigt extra für das Rennen vom nicht startberechtigten Gruppe H-Bomber auf den 997 KR um - dürfte man zumindest im Qualifying noch das ein oder andere Feuerwerk von Kremer Stammpilot Wolfgang Kaufmann erwarten. Das Frikadelli Racing Team bringt wie angekündigt einen 991 GT3 Cup für das deutsch-amerikanische Trio Klasen/Hill/Shoffner an den Start. Weitere Porsche werden von den Teams Teichmann Racing, Bonk Motorsport, 9und11 Racing, Hamburg Racing Team, Chrzanowski Racing und Huber Motorsport an den Start gebracht.

Den Klassensieg dürften bei regulärem Rennverlauf die 3 stärksten Porsche von Manthey Racing, Black Falcon und GetSpeed Performance untereinander ausmachen, doch die 24h sind selten regulär und der ein oder andere Defekt und die ein oder andere Karambolage werden sicher auch die Top-Teams in dieser Klasse betreffen. Daher bleibt es um das Podium auch in dieser Klasse spannend bis zum Schluss.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 24. Mai 2016 )
 
Die SP8 Klasse beim N24 wächst wieder an Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Dienstag, 24. Mai 2016

In der seit Jahren von uns inoffiziell als „Nürburgring-GT-1-Klasse“ titulierten SP8-Klasse starten in diesem Jahr 11 Wagen. Das ist wieder ein deutliches Plus nachdem es in den beiden Vorjahren 9 bzw. 8 Starter in den beiden Subklassen gab. 4 BMW, 3 Aston Martin, 3 Lexus ISF und je ein Ford Mustang und Nissan GT-R starten bei der 44.ten Ausgabe des Ringklassikers in dieser Wertungskategorie.

BMW kommt mit 5 Autos daher. Das Team TC-R (Team Coach Racing) & Vetter-Motorsport setzt seine 3 bereits im letzten Jahr eingesetzten Autos – alles ex-Dörr-Autos – erneut ein. 2 BMW starten in der SP8 (auf einem kommt ex-Dörr-Pilot Rudi Adams zum Einsatz), einer in der SP8T. Hinzu kommt ein vom Team Securtal Sorg Rennsport eingesetzter 335i mit Turbounterstützung. Als einziger Konkurrent in der SP8T stellt Schulze Motorsport sich mit seinem 2010 selbst aufgebauten und nun nach dem GT3-Ausstieg des Teams reaktivierten GT-R den beiden Münchner Boliden entgegen. Für alle 3 Autos wird der Klassensieg über das Motto „Survival of the Fittest“ laufen. Hier dürften die Mechaniker aller Teams besonders gefordert sein.

Aston Martin hat woelflickmustang1.jpg3 verschiedene Autos von 2 Teams am Start. Dem Vantage GT8 und dem Vantage V12 des Aston-Martin-Testcenters (Darren Turner plant dabei ein Gastspiel auf dem GT8) stellt sich ein ein Vantage V8 der AF Racing AG zur Seite. Lexus ist nicht mit dem neuen und bislang schon recht erfolgversprechenden Clubsport RC-F aktiv, sondern setzt durch Ring-Racing und Toyota-Gazoo-Racing 3 der alten ISF CCS-R ein. Eine Reihe von japanischen Piloten sind auf diesen 3 Wagen, deren Besatzungen noch nicht ganz aussortiert sind, eingeplant. Schliesslich ist auch der bereits bei VLN2 debütierte Ford Mustang der Wölflick Racing Mannschaft dieses Jahr in der Klasse engagiert.

Unter den SP8 einen Favoriten auszumachen wird schwierig. Zwar dürften Darren Turner und Rudi Adams ihre Duftmarken im Qualifying setzen, aber im Rennen wird es auf eine möglichst störungsfreie Performance bei allen Teams ankommen. Aston Martin wird versuchen einen weiteren Klassensieg zu erringen, doch die mittlerweile kugelsicheren Lexus dürften dahinter trotz eines Speedmankos auf Schwächen der Konkurrenten lauern.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 24. Mai 2016 )
 
N24 - Wer fehlt in der SP9? Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Dienstag, 24. Mai 2016

39 Wagen und 8 Hersteller. Das klingt nach einem fast perfekten Feld für die Gesamtsiegerklasse der kommenden 24h am Ring! Die diesjährigen 24 Stunden am Nürburgring lassen diesbezüglich wirklich wenige Wünsche offen. Dennoch gibt es noch Entwicklungspotential bezüglich der Markenvielfalt. Nicht alle GT3-Hersteller sind beim Ringklassiker engagiert, was die Frage aufwirft: wer fehlt und wer könnte in näherer Zukunft hinzu kommen?

- Ferrari: das ist eigentlich die grösste Lücke die der Ring aufzuweisen hat. Seit dem einmaligen Einsatz eines Farnbacher Racing Ferrari F458 GT3 Italia (ein Jahr nach dem erfolgreichen Debüt mit dem GT2 2010) wartet man auf einen Folgeeinsatz eines konkurrenzfähigen italienischen Boliden. Für die beiden Haupteinsatzteams der Marke – AF Corse und Kessel Racing  - ist der Ring ein Buch mit 7 Siegeln. Gerüchte um Pläne von Rinaldi Racing bezüglich eines derartigen Einsatzes werden immer wieder mal kolportiert, wurden aber bislang noch nie konkret.

- Lexus: Das Programm der Japaner ist trotz einer sehenswerten Entwicklungseinsatzflotte Jahre hinter dem Plan. Dennoch dürfte Ende des Jahres bei den BoP-Tests eine entgültige Entscheidung fallen. Ist der RC-F dann endlich mit dem neuen Triebwerk konkurrenzfähig, dann dürfte ein Debüt bei den 24h 2017 beschlossene Sache sein. Sollte er es wieder nicht sein, ... dann steht die Selbstentleibung einiger talentierter japanischer Entwicklungsingenieure zu befürchten!

- McLaren: die aktuelle britische Flunder McLaren 650S GT3 mag in der Blancpain Endurance Serie erste Erfolge eingefahren haben; der Ring ist allerdings ein deutlich rauheres Geläuf, das in der Vergangenheit den Vorgänger McLaren MP4-12C GT3 regelmässig auseinandergerüttelt hat. Das Dörr Motorsport Team konnte ein vielstrophiges Lied davon singen. Nun ist der 650S angeblich eine deutliche Weiterentwicklung. Es fehlt nur das Team, das dies auf der Nordschleife beweist.

- Corvette: Callaway Competitions neue Konstruktion wird ihr viel beachtetes Debüt bei VLN 4 geben. Danach hängt alles vom generierten Kundeninteressse ab. Der kleinste deutsche GT3-Hersteller (die GT3-Version der amerikanischen Boliden wird von der kleinen Truppe bei Weingarten in Eigenregie aufgebaut) kann sich einen eigenen Werkseinsatz nicht leisten und das amerikanische Werk ist nur am Gewinn der GTLM in der Weather Tech-USCC-Serie und dem Klassensieg beim 24 Stunden Rennen von Le Mans interessiert. Eine Bereicherung wäre der bullige V8 im 24h-Feld allemal!

- Lamborghini: ein Konrad-Auto ist nicht dem äquivalent was der italienische Ferrari-Konkurrent derzeit in anderen Serien auffährt. Auch Gottfried Grasser, Teamchef des Grasser Racing Teams, träumt von einem Werkseinsatz auf der Nordschleife, wie er uns im Rahmen eines Rennens der 24 Stunden-Serie erzählte. „Das würde allerdings ein Committment und eine Unterstützung von Lamborghini sowie mindestens 2 Einsatzteams voraussetzen. Der Huracan teilt sich mit dem R8 die technische Basis. Die Zuverlässigkeit ist also da. Konrad erarbeitet mit seinem Auftritt wertvolle Basisdaten. Aber als einzelnes Team und Auto sind seine Chancen sehr begrenzt.“

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 24. Mai 2016 )
 
Die SP9-Klasse im Vergleich - wer kann Audi herausfordern? Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Montag, 23. Mai 2016

39 GT3 - das ist in diesem Jahr mit Abstand das grösste Starterfeld einer Klasse und auch das grösste Starterfeld in der Gesamtsiegerklasse das bislang beim 24 Stunden Rennen am Nürburgring an den Start gegangen ist. 2015 und 2014 starteten 31 GT3 von 7 Herstellern, 2013 33 Autos von 7 Herstellern und 2012 31 von 8 Herstellern. Mit Audi (9 Autos), Mercedes (9), Porsche (6), BMW (7), Nissan (2), Aston Martin (2), Bentley (2) und Lamborghini (1) tummeln sich seit 2012 wieder einmal 8 Hersteller in der Klasse. Grund genug für uns, die einzelnen Hersteller einem „Podiumscheck“ zu unterziehen:

Fangen wir an mit Audi: Angesichts des VW-“Dieselgate“-Skandals hatte die Motorsportabteilung ein Moratorium von nur 2 statt 4 werksunterstützten Autos verkündet – die allerdings von weiteren „privat“ eingesetzten Audi R8 LMS (immerhin der klare Vorjahressieger) flankiert werden. Wer sich die Fahrerliste der altehrwürdigen Privatiers auf den zweiten Autos von Phoenix, dem Belgian Audi Club Team WRT und Land Motorsport einmal durchliest (u.a. Frank Stippler, Anders Fjordbach, Edward Sandström, Frederic Vervisch, Marc Basseng, Mike Rockenfeller, Timo Scheider, ...), kommt schnell zu dem Schluss, dass nur ein frischgebackener Controller bei Audi oder der ein oder andere motorsportdesinteressierte VW-Aktionär diese Mär von der Kostenersparnis noch glauben dürfte. Audi hat de facto 5 siegfähige Autos im Einsatz – die beiden offiziell als Audi Sport WRT bzw. Audi Sport Phoenix titulierten Werkswagen, zudem die 3 oben erwähnten Autos und 4 zusätzliche Wagen der Teams Twin Busch, Car-Collection und Audi race experience, die zwar nicht für den Sieg aber bei freundlicher Gesinnung der Nordschleife für den ein oder anderen Top-10-Platz gut sein dürften. Da das Einsatzgerät hinreichend seine Standfestigkeit demonstriert hat, ist Audi erneut der grosse Favorit für einen weiteren, dann dritten Gesamtsieg am Ring.

Über den Werkseinsatz von AMG-Mercedes in diesem Jahr hatten wir bereits frühzeitig berichtet. Die Affalterbacher Schmiede hat beim Werk das bislang grösste Werkspilotenkontingent in der Geschichte des Klassikers geordert, das zudem auf 7 annähernd gleich starke Teams aufgeteilt worden ist. 20 hochklassige Piloten, 7 nagelneue Mercedes AMG GT, dazu mit Black Falcon, HTP-Motorsport, dem Haribo Racing Team und dem Mann Filter Team 4 hochklassige Mannschaften – da müsste doch eigentlich nichts schief gehen können, oder? Doch der glänzende Auftritt hat im Vorfeld einige Kratzer bekommen. Die AMG-GT zeigten bei ihren ersten Auftritten nicht die Zuverlässigkeit die der Vorgänger Mercedes SLS AMG GT3 sprichwörtlich zum Uhrwerk auf Rädern machte. Motor- und Antriebsstrangschäden sowie weitere Defekte wurden den Teams seit dem Debüt in Dubai bei Langstreckenauftritten immer wieder mal zum Verhängnis. Unter der Hand war davon die Rede, dass die Vielzahl der Bestellungen sich nicht positiv auf die Qualität der montierten Arbeitsgeräte auswirken würde. Bei den 24h am Ring wird es daher zum ersten wahren Härtetest des Mercedes AMG GT kommen. Top-10 Positionen sollten mit dem Wagen prinzipiell möglich sein - ein Podium wird gegen die Audi und die anderen Konkurrenten schwer zu erkämpfen sein, ist aber nicht unmöglich. Ein Sieg? Wird schon deutlich schwerer werden ...

BMW hat gerade rechtzeitig bei VLN3 zu einem vielversprechenden Tempo gefunden. Prompt setzte es die BoP-Keule. Die verordnete Rücknahme des Ladedrucks könnte sich aber für die M6 eventuell als Wohltat erweisen, denn die M6 litten ebenfalls bei den Testläufen im Vorfeld unter mangelnder Zuverlässigkeit und hatten einige Kinderkrankheiten am Triebwerk zu beklagen. Im Vergleich mit Audi, BMW und Porsche ist der BMW das am spätesten fertig gestellte und der wenigsten Rennerfahrung ausgestattetete Fahrzeug. Eines der Einsatzteams von ROWE Racing, Schubert Motorsport und Walkenhorst Motorsport nach den 24h ganz oben zum dann 20.ten BMW-Sieg auf dem Podium stehen zu sehen, dürfte daher einem kleinen Wunder gleichkommen. Ein Finish im Ziel wäre für jede der Konstruktionen schon ein messbarer und lobenswerter Erfolg.

Porsche stellt zur Zeit das grösste Fragezeichen unter den 4 deutschen Herstellern dar: haben die Manthey-Boliden nur ein geschicktes Sandbagging, eingepackt in einem ausgetüftelten Testprogramm betrieben, oder weist der neue Porsche 991 GT3 R wirklich konzeptionelle Schwächen auf, die Siege auf der Nordschleife erschweren? Angesichts frisch herausgefahrener Klassensiege in der 24 Stunden-Serie, der Pirelli World Challenge und der Weather Tech-USCC-Serie (... schon gut! – überall andere Reifen...) ist die erstere Vermutung nicht ganz unangebracht. Andererseits hat auch Porsche anfangs des Jahres mit Zuverlässigkeitsproblemen zu kämpfen gehabt. Die Vermutung liegt nahe das von den 3 Einsatzmannschaften (Manthey & Manthey-Kunden, Falken, Frikadelli Racing Team) nur die top-betreuten Teams von Mantheys Werksautos und Falken einen Schuss auf die Top-10 frei haben. Und auch diese Mannschaften müssen die 24h erst mal überstehen. Dennoch gibt es beim Autor dieser Zeilen ein gewisses Bauchgefühl, dass Mantheys Autos noch am ehesten die Audi-Armada unter Druck setzen könnten...

Kommen wir zu den „kleineren“ Werkseinsätzen. Aston Martin hat trotz Abwesenheit von VLN3 noch einmal einen Performancebreak bekommen. Das wird angesichts immer noch nicht durchgehender Saisonvorbereitungen aber auch dieses Mal nicht für einen Platz auf dem Gesamtpodium reichen. Auch wenn man mit Nicki Thiim, Darren Turner, Mathias Lauda und Pedro Lamy weiter Top-Piloten auf den Autos hat. Astons bisher bestes Ergebnis bei den N24 war P5 in 2014 – das wird in diesem Jahr angesichts der gewachsenen Konkurrenz nur schwerlich einzustellen sein.

Das gleiche liesse sich von Bentley sagen, wo das Team Abt Top-Piloten auf den Autos zusammengestellt hat, aber im Endeffekt um ein Finish in den Top-10 als Maximalergebnis fährt. Im Vorjahr erreichte der beste HTP-Motorsport-Bentley P8 als Endergebnis. Kann man dieses Ergebnis wiederholen oder gar verbessern?

Nissan hängt immer noch das Stigma des Unfalls von VLN1 2015 an. An den durch die Wirren des verkürzten VLN-Einsatzes und des LMP-Debakels eingeschränkten Vorbereitungen im Laufe der vergangenen Saison wird ein Angriff auf das Podium erneut scheitern. Daran wird für dieses Jahr auch die Verpfichtung eine deutschen Einsatzteams neben der RJN-Truppe nichts ändern. Für die Nissan GT-R Nismo GT3 gilt es daher P9 aus dem Vorjahr als bislang bestes Ergebnis zu wiederholen oder gar zu toppen.

Mit Konrad Motorsport debütiert eine private Mannschaft den Lamborghini Huracan beim Ringklassiker – hier dürfte die Zielankunft das erklärte Ziel sein, obgleich der Bolide mit seiner ökonomischen Fahrweise schon Top-Positionen bei den VLN-Läufen einnehmen konnte. Es wäre vermessen, hier auf ein problemloses 24h Debüt in Zusammenhang mit einem Podium zu hoffen – ein Finish auf einer guten Position wäre hier so gut wie ein Sieg einzuschätzen!

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 24. Mai 2016 )
 
44.te 24h am Nürburgring stehen vor der Tür Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Montag, 23. Mai 2016

In gut 3 Tagen beginnen die ersten Sessions zum diesjährigen 24 Stunden Rennen am Nürburgring. Die 44.te Ausgabe des Ringklassikers wartet in diesem Jahr mit einem Feld von 163 Startern auf. Das ist geringfügig mehr als das Starterfeld der krisengeschüttelten  Ausgabe des Vorjahres (156 Meldungen;151 Starter) aber erreicht immer noch nicht die Werte der Vorjahre (2014:172; 2013:179; 2012:176; 2011:202; 2010:198). Für eine gute Show dürfte die Masse der antretenden Teams dennoch ausreichen.

Die teilnehmenden Teams treten in 25 Wertungsklassen (Vorjahr: 21) an, die man grob in 4 Wertungskategorien unterteilen kann: Die seriennahen V-Klassen (6 Klassen; 26 Teilnehmer), die SP-Klassen gemäß DMSB-Reglement (14 Klassen 106 Teilnehmer), die Cup-Klassen (4 – incl. TCR; 25 Starter) und die Sonderklassen für alternative Treibstoffe und Hybridfahrzeuge (2; 7 Starter).

An der Spitze ist die Dichte grösser denn je: kämpften in der gesamtsiegfähigen GT3/SP9-Klasse im Vorjahr noch 30 Teams um den Sieg, so sind es jetzt schon 39 Mannschaften die sich zum Antreten in dieser, mit Abstand grössten Kategorie entschlossen haben. Audi, Porsche, BMW und Mercedes schicken ausgewachsene Werkskontingente an den Start. Aston Martin, Bentley und Nissan ergänzen das Feld der 4 deutschen Hersteller durch eigene Werkseinsätze die allerdings nicht den Umfang erreichen den die einheimischen Werke auffahren. In anderen Klassen kommen Werks- oder werksunterstützte Einsätze von Lexus, Hyundai, Subaru und Toyota hinzu.

Womit wir schon mitten in den Zahlenspielen der Hersteller sind. 19 Hersteller (Vorjahr 20: Mini & Volvo fehlen – dafür kehrt Lamborghini zurück.) sind beim diesjährigen Marathon am Ring vertreten. BMW stellt seit Jahren beim Klassiker traditionell das grösste Kontingent. Das ist auch in diesem Jahr nicht anders: 42 Mannschaften vertrauen auf die diversen Einsatzgeräte der Münchner. Porsches Einsatzheer umfasst 37 Mannschaften. Ebenfalls 2-stellig sind die Truppen von Audi (13 Teams) und Mercedes (10). Nennswerte Kontingente sind noch die von Opel (8), Aston Martin (7), Renault (6) sowie Lexus, Toyota und VW (je 5). Ford stattet 4 Teams aus. Seat Nissan und die Scuderia Cameron Glickenhaus sind mit je 3 Fahrzeugen präsent. Subaru und Bentley haben je 2 Wagen am Start während Lamborghini nur auf den Privateinsatz der Konrad Motorsport-Mannschaft setzt.

In Punkto internationaler Bedeutung sieht es hingegen beim prestigereichsten deutschen Langstreckenevent relativ mau aus: Die teilnehmenden Teams kommen in diesem Jahr aus nur 6 Nationen (Vorjahr: 8.) Gross-Britannien stellt 7 Autos, Japan: 5, Belgien: 4, USA: 3 Thailand: 2 und  Deutschland den Rest. Auch wenn ein starkes Kontingent von Piloten aus insgesamt 37 Ländern aus dem Ausland kommt (von den derzeit 547 in der Nennliste verzeichneten Piloten kommen 310 aus Deutschland und 237 aus anderen Ländern) sind Rennen auf der Nordschleife für ausländische Teams in der Mehrzahl wohl doch eine zu grosse Herausforderung, die eine umfangreiche Vorbereitung verlangen, der sich derzeit nicht jede talentierte Mannschaft stellen kann oder will.

In den vergangenen 43 Ausgaben des Klassikers hat BMW 19 Siege einfahren können. Porsche steht derzeit bei 11 Siegen, Ford bei 5, Chrysler und Audi haben 3 Triumphe zu Buche stehen und Mercedes und Opel je einen. Wer wohl die grössten Chancen auf einen weiteren Gesamtsieg hat und was in den Sportwagen-relevanten Klassen noch bemerkenswert für das Rennen erscheint, werden wir in den noch verbleibenden Tagen bis zum Start des Klassikers beleuchten.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 23. Mai 2016 )
 
GT86-Cup Lauf 3 - Knoten für Ring-Racing Duo platzt Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Sonntag, 22. Mai 2016

Beim dritten Lauf ist im Toyota GT 86-Cup endlich der Knoten für die beiden Ring-Racing Piloten Nils Jung und Florian Wolf geplatzt: Mit einem Klassen-Sieg beim 58. ADAC-ACAS-Cup (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) setzten sich die beiden letztjährigen Dörr Motorsport-Piloten gegen die Konkurrenz durch. Auf dem zweiten Platz kam das Gewinner-Duo des zweiten Laufs, das Toyota Swiss Racing Duo Manuel Amweg und Thomas Lampert ins Ziel, deren Rückstand im Endeffekt geringer ausfiel als es das eneergebnis suggeriert. Auf dem dritten Platz kam nach Pech der beiden Pit-Lane racing Crews das Mathol Racing Auto des Schweden Hendrik Skoog und des Luxemburgers Graham Wilson durch, wobei Wilson bei seinem ersten Rennen auf der Nordschleife somit auf das Podium des Cups steigen konnte.

Beim Lauf unternahm Ring-Racing im Auftrag von TMG einen letzten Härtetest des Cup-Autos mit dem umfangreichen 2016er Upgrade. In der Klasse SP3 fuhr man nicht nur sehr gute Zeiten, sondern kam auch völlig problemlos über die Vier-Stunden-Distanz und erreichte in der Klasse unter acht Startern auf Rang zwei das Ziel. Die schnellste Rundenzeit von Testfahrer Emil Lindholm (FIN) lag dabei bei 9.42,495 Min., rund 10s unter der schnellsten Rennrunde eines aktuellen Cup-Renners (9.52,976 Min.).

Die Einführung des neuen Kits war im Cup einvernehmlich mit den Teams auf VLN4 verschoben worden.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 22. Mai 2016 )
 
VLN3 - Rückblick auf den ersten Erfolg des M6 GT3 Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Samstag, 21. Mai 2016

Eine Woche nach dem 3. VLN Langstreckenmeisterschafts-Lauf, dem 58. ADAC-ACAS-Cup (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) wird es Zeit das wir eine Nachbetrachtung liefern. Das Rennen endete wie bereits gestern kurz angerissen mit einem Dreifachsieg der neuen BMW M6-GT3. Schubert Motorsport fuhr einen souveränen Doppelsieg ein, der das ganze Rennen über nicht in Gefahr war. Am Ende querte in einem Fotofinish der Wagen von Jörg Müller, Marco Wittmann und Jesse Krohn die Ziellinie 0,3s vor den Teamkollegen Lucas Luhr, Martin Tomczyk und John Edwards. Den beiden Michelin-bereiften Schubert Autos folgte mit 130s Abstand der mit Dunlops ausgestattete Walkenhorst Motorsport M6 von Christian Krognes, Victor Bouveng und Tom Blomqvist. Der Rückstand war jedoch nicht auf die Bereifung zurückzuführen: das Walkenhorst-Trio war in der 2. Rennstunde beim Überrunden an einem Clio hängen geblieben und hatte sich dadurch um die Chancen auf ein besseres Ergebnis gebracht.

Das Rennen wurde als schnellster VLN-Lauf der Geschichte der Meisterschaft abgewunken: die Sieger absolvierten 28 Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 170,260 km/h. Die beiden Phoenix-Audi und der Manthey Porsche kamen 2 ½ bis 3 Minuten hinter dem siegreichen Team ins Ziel. Während im Rennen die BMW eine schnellste Rennrunde von 8:04 erzielten fiel im Qualifying mit einer 7:59,746 zum ersten Mal in dieser Saison die 8 Minuten-Marke – eine Konsequenz des wieder aufgehobenen Qualifyingreifenverbots der VLN Langstreckenmeisterschaft das somit nun wieder sehr schnelle Rundenzeiten wie in der Zeit vor dem schweren Unfall bei VLN1-2015 zur Folge hat.

Die Jürgen Alzen Motorsport Mannschaft vergab mit ihrem Ford GT die Chance auf ein Top-10 Ergebnis nachdem man den Boliden in der letzten Rennstunde auf P8 liegend abstellen musste. Den Klassensieg in der SPX-Klasse errang darauf hin die Farnbacher Racing-Mannschaft mit dem Lexus RC-F GT3. Weitere Klassenergebnisse sowie das ausführliche Gesamtergebnis können im Rennbericht auf unseren Seiten nachgeschlagen werden.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 21. Mai 2016 )
 
Callaway Corvette mit 2 Gastauftritten in der VLN Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Freitag, 20. Mai 2016

Corvette hat autoarena_corvette_c7.jpgheute auf ihrem Twitter-Account die Einsatzdaten für die VLN-Auftritte der neuen Callaway Competition Corvette C7 GT3 bekannt gegeben. Demnach wird man die neueste Kreation aus dem Hause von Callaway-Deutschland bei den VLN-Läufen 4 und 9, der 47. Adenauer ADAC Trophy am 25.6 und dem DMV 250-Meilen-Rennen am 8.10 auf der Nordschleife erleben dürfen. Als potentielle Besatzung steht unter anderem ein Auftritt der beiden amerikanischen Weather Tech-USCC-Piloten Eric Curran und Boris Said zur Diskussion, die beide bereits im Rahmen von VLN1 auf einem Toyota GT 86 des Mathol Racing-Teams starteten.

Bereits am Testtag vor VLN3 testete Callaway Competition das ADAC GT-Masters-Fahrzeug von Schwager/Assenheimer auf der Nordschleife, trat aber im Rennen nicht an. Dies soll nun beim ersten Auftritt nach dem 24 Stunden Rennen am Nürburgring nachgeholt werden.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 20. Mai 2016 )
 
Frikadelli nun doch bei den 24h dabei... Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Freitag, 20. Mai 2016

Nur eine Woche frikadelli_tue.jpgnach dem angekündigten Rückzug vom 24 Stunden Rennen am Nürburgring und aus der VLN hat das Frikadelli Racing Team nun die vermutete Kehrtwende vollzogen. „Die enorme Resonanz und Betroffenheit unserer Fans auf die Entscheidung, auf den weiteren Einsatz des Porsche zu verzichten, hat uns total überrascht!“ wird Klaus Abbelen auf der FB-Seite des Teams zitiert. Und weiter: „Mit der neuen BoP-Einstufung können wir jetzt besser leben. Der Luftmengenbegrenzer hat beidseitig 1mm mehr Durchmesser erhalten, so kann der Motor unseres Porsche etwas freier atmen. Ob dies ausreichen wird, um konkurrenzfähig zu sein, werden wir bei den einzelnen Trainingssitzungen sehen. Wir sind uns aber sicher, dass die Verantwortlichen auch während der Veranstaltung noch ein Auge darauf haben und versuchen werden, die ,BoP‘ so fair wie möglich zu gestalten."

Der eher strategische Rückzug vom 3.Lauf (wir hatten über die Hintergründe hier berichtet) ist somit als kurzfristige Episode abgehakt. Somit dürfen die Fans sich auf einen weiteren Auftritt beim Klassiker freuen. Dort gilt es für die Mannschaft ihr bislang bestes Ergebnis zu toppen: 2008 hatte Abbelen zusammen mit Sabine Schmitz, Dr Edgar Althoff und Kenneth Heyer den Sprung auf das Gesamtpodium geschafft. Während bis 2012 Plätze in den Top-10 für das reine Privatteam im Bereich des Möglichen lagen, verbuchte man in den letzten beiden Ausgaben jeweils Ausfälle im ersten Drittel des Rennens. Eine Zielankunft in Wertung wäre somit wieder einmal ein Erfolgserlebnis für die Porsche-Truppe.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 20. Mai 2016 )
 
ADAC Nordrhein passt BoP für das 24h-Rennen an Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Donnerstag, 19. Mai 2016

4 Tage nach dem 3. Wertungslauf der VLN Langstreckenmeisterschaft, dem 58. ADAC ACAS H&R-Cup (der Link führt zum derzeit noch in Arbeit befindlichen Rennbericht auf unseren Seiten), hat der ADAC Nordrhein eine Revision der BoP für die GT3 und sonstigen Fahrzeuge für das in 10 Tagen anstehende 24 Stunden Rennen am Nürburgring heraus gegeben. Die siegreichen BMW M6-GT3 - Schubert Motorsport und Walkenhorst Motorsport erzielten einen Dreifachsieg mit dem neuen GT3-Modell der Münchner – müssen beim Klassiker den Ladedruck um 45 Millibar von 1775 auf 1730mbar zurückschrauben, bekommen aber dafür beim Tanken den Tankrestriktor von 56,2 auf 56,4mm erweitert. Audi hingegen muss für alle R8 den Tankrestriktor von 55,25 auf 54,5mm verkleinern. Porsche darf nach einer weiteren eher gemässigten Vorstellung einen 1mm grösseren Luftmengenbegrenzer (34,5mm statt 33,5) für den Klassiker verbauen. Für die Mercedes werden keine Änderungen verzeichnet.

Gewichte für das 24h Rennen dürfen hingegen Aston Martin (-20kg) und die Nissan GT-R Nismo GT3 (-15 kg) ausladen. Ebenfalls leichter dürfen die beiden Scuderia Cameron Glickenhaus SCG003 (-15kg) ausrücken. Diese bekommen zusätzlich durch einen 0,3mm breiteren Restriktor (32,8 statt 32,5mm) mehr Atemluft und damit mehr Motorleistung zugestanden. Zusätzlich dürfen auch die Bentley Continental GT3 mit einem 0,4mm breiteren Restriktor etwas befreiter aufatmen.

Bei dieser BOP (hier der Link zum vollständigen Dokument) handelt es sich nur um die erste Revision. Der ADAC Nordrhein behält sich weitere Änderungen bis kurz vor dem Rennen vor, was in der Regel erst nach dem Qualifying zu einer entgültigen Fassung führt. Auf weitere Änderungen darf man daher gespannt sein.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 19. Mai 2016 )
 
Frikadellis GT3-Rückzug und die Hintergründe Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Donnerstag, 12. Mai 2016

Fürfrikadellibox.jpg viel Aufsehen sorgte in den letzten Tagen die Ankündigung des Frikadelli Racing Teams, den neuen Porsche 991 GT3 R wegen einer zu ungünstigen BoP-Einstufung sowohl vom 24 Stunden Rennen am Nürburgring als auch aus der VLN Langstreckenmeisterschaft abzuziehen. „Der Höchstgeschwindigkeitsüberschuss und Rundenzeitenvorteil der anderen Marken ist so deutlich, dass es für uns keinen Sinn mehr macht, mit unserem GT3 R weiter anzutreten. Wir bestreiten keine Rennen, um das Starterfeld aufzufüllen. Wir nehmen nur teil, wenn uns die Gelegenheit gegeben wird, auf Augenhöhe mit anderen GT3-Fahrzeugen um ein gutes Resultat zu kämpfen“, wird Klaus Abbelen in einer internen Pressemitteilung des Teams zitiert.

Der Schritt, wegen des aktuellen Standes der BoP auszusteigen, hat nicht nur in Fankreisen Unverständnis ausgelöst. Auch die Organisatoren des 24-Rennens zeigen sich in einem Artikel unserer Kollegen von Motorsport-Total.com irritiert. „Wir sind enttäuscht, dass das Team mitten im Prozess der Definition der BoP-Einstufung aussteigt. Die BoP für das 24-Stunden-Rennen steht längst noch nicht fest.“ Dies wird untermauert duch die Tatsache dass die Porsche just neben einem grösseren Restriktor gleichzeitig für VLN3 einen Gewichtserleichterung von 25kg zugestanden bekamen. Eine technische Änderung, in deren Umfeld der Rückzug des Teams in einem noch seltsameren Licht erscheint.

Nun ist es bei diversen Marken aus dem VAG-Konzern seit einigen Jahren gepflegte Tradition im Vorfeld des 24 Stunden Rennen am Nürburgring über die BoP zu lamentieren – und dann im Rennen jeweils doch noch zumindest ein Wörtchen um den Sieg mitzureden oder ihn am Besten gleich einzufahren. Was man angesichts des GT3-Konzeptes Porsche nicht mehr unterstellen kann, ist die in den Jahren vor 2010 praktizierte Belieferung des Werksteams mit Performance-Teilen, die dem Manthey-Team oftmals Vorteile gegenüber der markeninternen Konkurrenz einbrachte. Diese Praxis hat sich mit der GT3 und der Festschreibung homologierter Pakete eigentlich zur Zufriedenheit der sonstigen Porschekunden erledigt.

Die frikadellihohe8.jpgbisherigen Rennergebnisse von Frikadelli mit dem neuen Porsche zeigen, dass man zudem auch Pech in den Rennen hatte: Bei VLN1 wurde man Opfer einer Kollision mit AMG-GT-Pilot Stefan Mücke. In VLN2 kostete dem Team ein Spurstangenschaden im Endeffekt einen Top-10 Platz. Mit dem Quartett Abbelen/Schmitz/Huisman/Siedler wäre die Mannschaft nur unwesentlich schlechter besetzt als noch im Vorjahr wo Schmitz/Huisman/Pilet/Bergmeister in Führung liegend nach einer Kolllision ausfielen. Was dagegen mehr ins Kontor hauen dürfte ist, dass sich just vor einigen Tagen der aktuelle Chefmechaniker von der Truppe getrennt haben soll. Dieser war erst Anfang der Saison zum Team gestossen, nachdem sich Ende 2015 der letztjährige, sehr erfahrene Chefmechaniker Frank Lynn in Richtung Rinaldi Racing verabschiedet hatte. Zudem hat Frikadelli nach der Rückkehr von Olaf Mantheys Truppe nicht mehr den Status des Top-Porsche-Teams am Ring sondern muss sich mit der Rolle eines Kundenteams mit einem Rang in der zweiten Reihe hinter den Werksteams begnügen - das kratzt möglicherweise am Ego wenn man im Jahr zuvor noch um Gesamtsiege mitfahren konnte...

Somit wäre ein personeller Engpass der wahre Grund für die Entscheidung, das technisch anspruchvollste Auto der Mannschaft für das 24h-Rennen stehen zu lassen. Immerhin hat man mit einem weiteren SP7-Porsche ein zweites Eisen im Feuer um einen Klassensieg beim 24h Klassiker. Nicht wenige Insider glauben auch, dass nach Lösung der Personalprobleme ein kurzfristiger Rückzug vom Rückzug bei der Porsche-Truppe wahrscheinlich wäre.

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 13. Mai 2016 )
 
Rückblick auf den GT86 Cup bei VLN2 Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Donnerstag, 12. Mai 2016

Wir schulden euch noch einen Rückblick auf den Rennverlauf im Toyota GT 86-Cup beim letzen VLN-Lauf, dem 41. DMV 4-Stunden-Rennen .

Nach einem über weite Phasen extrem spannenden Rennen sicherte sich das Toyota Swiss Racing Team mit Manuel Amweg (CH) und dem Liechtensteiner Thomas Lampert den Sieg in der CUP4-Klasse. Vor allem im ersten Drittel des Rennens zeigten die Toyota Teams ein faszinierendes Rennen. In den ersten 8 Runden wechselte insgesamt viermal die Führung. Nach dem vierten Umlauf jagten der führende TMG GT86 CS-V3 von Pit Lane – AMC Sankt Vith und Verfolger Swiss Racing gerade einmal durch 0,7s getrennt über die Start- und Zielgerade. In der Rundenzeit lag zwischen den beiden Spitzenteams der Wimpernschlag von 0,2s. Erst gegen Ende konnte Swiss Racing einen Vorsprung heraus- und den Sieg nach Hause fahren.

Rang zwei sicherten sich Nils Jung und Florian Wolf vom Team Ring-Racing – gemeinsam das bisher beste Cup-Ergebnis der beiden Nachwuchs-Piloten. Nach ihrem Erfolg zum Saisonauftakt fuhr Pit Lane – AMC Sankt Vith mit Rang drei erneut auf das Podium. Die jeweils schnellsten Runden der drei Erstplatzierten differierten am Ende des Rennens nur um 2,6s.

„Wir haben heute taktisch alles richtig gemacht und unsere Fahrer haben beide eine konstant gute Leistung gezeigt“, kommentierte Swiss-Racing-Teamchef Roland Baumann den Erfolg seiner Mannschaft. „Einmal hatten wir dabei aber auch ein bisschen Glück, als wir Mitte des Rennens bei einsetzendem Regen auf Slicks weitergefahren sind. Gott sei Dank ist die Strecke nach einem nur kurzen Schauer schnell wieder getrocknet.“

4 von 5 Teams kamen in Wertung an. Lediglich die Leutheuser Racing-Mannschaft - zu Rennbeginn aufgrund des Reifenpokers kurz in Führung - musste nach 13 Runden den Lauf vorzeitig beenden.

 
160 Autos zur letzten VLN-Runde vor den 24h Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Donnerstag, 12. Mai 2016

Am Samstag absolviert die VLN  mit dem 58. ADAC ACAS H&R-Cup ihr drittes Saisonrennen. Zum letzten Lauf vor dem 24 Stunden Rennen am Nürburgring haben sich nach dem letztem Stand der Nennliste 160 Mannschaften angemeldet. 19 Teams starten dabei in der gesamtsiegfähigen SP9/GT3-Klasse, wobei die Zahl hier wegen der Terminüberschneidung mit der Blancpain Endurance Serie in Silverstone wohl etwas geringer als noch in den letzten Läufen (um die 30 GT3) ausfällt.

5 Audi (Hier fehlen Belgian Audi Club Team WRT und Twin Busch), 5 BMW (ROWE Racing ist in Silverstone engagiert), 4 Mercedes, 3 Porsche, 1 Nissan und ein Bentley sind in der Topklasse gemeldet. Mit Schubert Motorsport oder Land Motorsport und einem dritten Manthey-Porsche gibt es zwar einige zusätzliche Rückkehrer. Auffällig ist jedoch die plakative Abwesenheit einiger Porsche Kundenteams (Wochenspielgel, Frikadelli Racing Team , Falken) die ihre Wagen alle für 24h Rennen schonen – mit Ausnahme Frikadellis die ihren Rückzug mit der ungünstigen BoP für den neuen Porsche 991 GT3 R begründen (mehr dazu später in einem seperaten Artikel).

Weitere 6 Teilnehmer, darunter 3 verkappte GT3 von Farnbacher Racing, Lexus Racing und Jürgen Alzen Motorsport sind in der SPX-Klasse gemeldet, die dieses Mal gleich 3 der Cayman GT4 ( Pro Sport Performance bringt einen 3.Cayman CS für das amerikanische Duo Putman/Espenlaub in die Klasse) am Start sieht. Dafür fehlen hier die Glickenhaus Boliden. Die Gruppe H sieht in der leistungsstärksten Kategorie H4 5 Porsche-Teams am Start. Insgesamt 9 Porsche sind in der SP7-Klasse gemeldet. 5 zusätzliche aktuelle Cup-Porsche kommen in der Cup2-Klasse hinzu. In der SP8 ist mit 2 Aston Martin sowie je einem Ferrari, Porsche (Weiland Motorsport bringt einen aufgerüsteten 991 GT3 Cup), Ford und Lexus ein interessanter Markenmix gemeldet. Die GT4/SP10-Klasse bietet mit weiterhin nur 3 Fahrzeugen keine Änderung.

9 GT (7 Porsche ein BMW Z4 und ein Mercedes SLK) sind in der V6-Klasse gemeldet. 12 weitere (je 6 Porsche und BMW) kommen in der V5 hinzu. In der Cup4-Klasse starten 5 der V3-Toyota GT 86, die von 2 weiteren Teams in der SP3 und V3 begleitet werden. Die Cayman-Trophy ist mit 13 Autos am Start, der BMW M235i-Cup mobilisiert gar 21 Teilnehmer, der Opel Cup hingegen nur 6.

Die Rennaction am Ring beginnt am Samstag wie gewohnt um 8.30 Uhr mit dem Qualifying. Um 12 Uhr startet das Rennen das wie gewohnt auf der Website der VLN Langstreckenmeisterschaft live übertragen wird und per Live-Timing unter diesem Link verfolgt werden kann.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 12. Mai 2016 )
 
Phoenix gelingt 2.VLN-Sieg in Folge Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Sonntag, 1. Mai 2016

Beim 2. VLN Langstreckenmeisterschafts-Lauf, dem 41. DMV 4-Stunden-Rennen (der Link führt zum ausführlichen Rennbericht auf unseren Seiten) gelang dem Phoenix Racing Audi R8 LMS-Duo Frank Stiller und Anders Fjordbach der zweite Seriensieg in Folge. Gestartet vom zweiten Platz, lieferte sich das Dunlop-bereifte Audi-Duo über fast das gesamte Rennen einen zeitweise Rad an Rad geführten Zweikampf mit dem Black Falcon Mercedes AMG GT-Quartett Maro Engel, Bernd Schneider, Adam Christodoulou und Manuel Metzger, den man am Ende nach 4 Rennstunden mit etwa 1 Minute Vorsprung entscheiden konnte. Auf dem dritten Rang setzte sich nach einem wettertechnisch abwechslungsreichen Lauf das Haribo Racing Team mit dem durch Uwe Alzen, Lance David Arnold, Maximilian Götz und Jan Seyffarth pilotierten Mercedes AMG GT durch.

Sowohl die beiden diesmal antretenden Aston Martin Vantage GT3 des Aston-Martin-Racing Teams als auch die Manthey Racing Porsche 991 GT3 R spulten wie auch der zweite Belgian Audi Club Team WRT-Audi R8 LMS von Pierre Kaffer und René Rast ein reine Testprogramm ab, wobei die Aston Martin und Porsche mit den Plätzen hinter dem Podium auch ein viel versprechendes Ergebnis einfuhren. In der Endphase verschenkte die Konrad Motorsport einen hervorragnden vierten Platz, nachdem der Lamborghini Huracan im letzten Umlauf im Streckenabschnitt Bergwerk ausrollte. Auch die Twin Busch Mannschaft war mit ihrem Audi R8 LMS GT3 streckenweise in den Podiumsplätzen gut dabei, musste durch einen Zusatzstopp jedoch einen Top-Platz hergeben.

In der Startphase hatte eine durch Regenfälle angefeuchtete, aber sehr schnell abtrocknende Strecke für einen Reifenpoker gesorgt der viele der Top-Mannschaften aus dem Kampf um die Podiumspositionen warf. Einsetzender Regen zu Rennende würfelte noch einmal viele Mannschaften vom Asphalt.

Der ausführliche Rennbericht zum Lauf ist unter diesem Link auf unseren Seiten einzusehen. Der dritte VLN-Lauf findet als letzte Vorbereitungsgelegenheit auf das 24 Stunden Rennen am Nürburgring am 14.5 statt.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 1. Mai 2016 )
 
Wolfgang Drabiniok plant VLN-Live-Talk Format Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Donnerstag, 28. April 2016

Ab Mitte drabiniokstrycek.jpgdes kommenden Monats dürfen sich die Motorsport-Freunde in Deutschland allgemein und die Fans am Nürburgring im speziellen auf ein neues Medien-Format einstellen. Ring-Kommentator Wolfgang Drabiniok (Foto: zusammen mit Volker Strycek) plant zusammen mit einigen Mitstreitern ab dem 13. Mai an jedem VLN Langstreckenmeisterschafts-Rennwochenende ein Video-Live-Streamformat das am Freitag abend ab 19:15 Uhr direkt am Nürburgring über Top-Themen des Motorsports informiert.

Präsentiert von RN Vision TV mit freundlicher Unterstützung des Fahrsicherheitszentrums am Nürburgring, KW Gewindefahrwerke und Race Navigator wird Moderator Drabiniok in einer Talkrunde wechselnde Gäste aus verschiedensten Motorsportklassen begrüßen, um interessante Hintergrundinformationen und exklusive Einblicke in die spannende Welt des Motorsports zu bieten. In diesem neuen Live-Talkformat werden Fahrer, Teamchefs und Motorsport-Experten aus allen Bereichen am runden Tisch ihre Meinungen zu Aktuellem und Motorsport-Highlights austauschen. Zudem werden bis zu 20 geladene Gäste die Möglichkeit bekommen, den Debatten vor Ort zu folgen.

Für alle anderen Interessierten wird der Live-Stream auf der Internetseite www.motorsport-talk.tv gezeigt und zusätzlich auf der Facebook-Seite RN Vision TV Motorsport Talk veröffentlicht, wo auch aktuelle Informationen zur Show und Gästen bekanntgegeben werden. Erster Sendetermin wird Freitag, der 13. Mai, ab 19:15 Uhr, am Tag vor dem 3.VLN-Lauf, dem 58. ADAC ACAS H&R-Cup, sein.

 
VLN2 - noch mehr Autos zur 2.Runde Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Mittwoch, 27. April 2016

191 Teilnehmer – und damit 18 mehr als letztendlich beim Saisonauftakt vor 4 Wochen am Start waren – sind für die 2.Runde der VLN Langstreckenmeisterschaft, dem 41. DMV 4-Stunden-Rennen, am Start. Ähnlich wie beim ersten Lauf werden eine Reihe von Teams den Lauf als Testlauf zum 24 Stunden Rennen am Nürburgring benutzen. Damit ist auch wieder ein grosses GT3-Feld am Start, obwohl es an diesem Wochenende zur ersten Terminkollision mit dem ADAC GT-Masters kommt das zeitgleich am Sachsenring ebenfalls an die 30 Autos an den Start bringt. Daher sind die beiden Abt-Bentley und die Schubert BMW wegen der Terminkollision nicht am Ring dabei.

26 GT3-Fahrzeuge (30 bei VLN1) sind am Start. Neu im Feld sind die beiden Aston Martin Vantage GT3 von Aston-Martin Racing auf denen Darren Turner und Nicki Thiim und Mathias Lauda und Richie Stanaway am Ring die Lenkradarbeit übernehmen. 7 Mercedes, 6 Porsche, 5 BMW, 4 Audi und je 1 Nissan und ein Lamborghini der Konrad Motorsport-Mannschaft stehen am Start. Die SPX-Klasse wächst um den Emil Frey/Lexus-Racing RC-F GT3 an, womit beim 2.Lauf 2 Lexus, 2 Glickenhaus der Jürgen Alzen Motorsport-Ford GT und 2 Cayman starten. Einer der GT4-Cayman ist der GT4-Entwicklungswagen von Manthey Racing, während der zweite für Georg Weiss als Quasi-„Werkswagen“ abseits der Cup3-Trophy eingesetzt wird.

Mit 7 SP7 (9) starten 2 Wagen weniger in der Porsche-Klasse die wie bei VLN1 von 6 Cup2-Porsches flankiert werden. Einen deutlichen Sprung nach vorne macht die SP8: 10 Autos (7) und ein SP8T (2) werden erwartet. Zwar fehlt der Schulze-Nissan, aber dafür stockt Aston Martin sein Kontingent auf 4 Autos auf. Ein zweiter BMW von TC-R und Vetter Motorsport ist ebenfalls dabei. Dagegen bleibt es in der SP10 bei nur 3 Startern. Weitere 8 Starter in der V6, 15 in der V5, 13 in der Cayman Trophy by Manthey Racing und 5 im Toyota GT 86-Cup runden das GT-Feld ab. In der Gruppe H schrumpft das Feld von 10 auf 6 Autos. Zuwächse gibt es dagegen im Tourenwagenlager.

Das Rennen startet wie gehabt um 12 Uhr und kann auf der Webseite der VLN Langstreckenmeisterschaft per Stream verfolgt werden. Das Qualifying geht davor wie immer von 8.30 Uhr bis 10 Uhr über die Bühne.

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 27. April 2016 )
 
Die Zukunft des Lexus RCF Concept Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Sonntag, 10. April 2016

Ring-Racing brachte beim vergangenen VLN-Saisonauftakt erneut mindestens 5 Fahrzeuge - 3 Toyota und 2 Lexus an den Start. 2 weitere Boliden fehlten jedoch: der gemeinsam mit Emil Frey Racing eingesetzte Lexus RC-F GT3 Entwicklungswagen und der im letzten Jahr schon in der SP8 eingesetzte RCF Concept bei dem es sich ebenfalls um ein Entwicklungsmodell handelt. Zu Letzterem konnten wir nun einige zusätzliche interessante Fakten in Erfahrung bringen.

So handelt es sich beim letztes Jahr bereits mit 2 Klassensiegen in der SP8 erfolgreich eingesetzten RCF-Concept um den designierten Nachfolger des als Cup- und Clubsportwagen angebotenen Lexus ISF CCS-R (Bild), der in den letzten Jahren von Ring-Racing regelmässig in der SP8 Klasse eingesetzt worden ist. Der ISF mag in Europa nur am Ring bekannt sein – in Asien hat sich der Wagen für Lexus durchaus zu einem gefragten Exportmodell entwickelt. So sind von dem Wagen 4 Exemplare in Europa, eines in den USA und an die 30 in Asien verkauft worden bzw. im Einsatz, so dass man auf eine Gesamtzahl von 35 gefertigten Exemplaren kommt.

Als Nachfolger lexus_rcf_concept.jpgist nun der deutlich GT-affinere RCF angepeilt der ab 2017 den ISF als Kundensportmodell unterhalb des deutlich aufwändigeren RC-F GT3 ablösen soll. Auch dieses Modell wird vom Entwicklungspartner Ring-Racing - die Einsatz-Mannschaft aus Boxberg hat eine langjährige Tradition in der Zusammenarbeit mit Lexus, Toyota und TMG – auf der Nordschleife mitentwicket, ähnlich wie man dies schon zuvor mit dem ISF-CCS-R oder dem Toyota GT 86 unternommen hatte. Eine von uns in der Vergangenheit spekulierte Entwicklung als GT4-Modell steht hingegen nicht für den Wagen auf der Agenda. Obwohl das Leistungsniveau des Wagens dieses suggerieren würde ist bei Lexus nicht an eine Homologation in der Klasse gedacht.

Eine Wiederaufnahme der Entwicklungsfahrten des SP8-Modells ist ab VLN 4 bzw VLN 5 für den RCF-Concept geplant. Vorher will man sich auf den RC-F GT3 konzentrieren dessen Einsatz beim Saisonauftakt allerdings aufgrund der Wetterverhältnisse im Vorfeld sicherheitshalber abgesagt worden war. Schliesslich hatte die Mannschaft im Vorjahr schon genug ungeplante Unfallschäden zu verdauen. Dem Schwesterauto des Farnbacher Racing Teams gelang im Rahmen von VLN1 immerhin ein 2. Klassenrang in der SPX-Klasse (P16 Gesamt).

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 10. April 2016 )
 
Franz Konrad zum Huracan-Debüt am Ring Drucken E-Mail
Nürburgring Nordschleife
Geschrieben von Harald Gallinnis   
Samstag, 9. April 2016

Konrad Motorsport absolvierte am vergangenen Wochenende beim VLN-Saisonauftaktlauf, der 62. ADAC Westfahlenfahrt, das Nordschleifendebüt des neuen Lamborghini Huracan GT3. Dabei hatte die Mannschaft von Franz Konrad nach Auskunft des Teamchefs eine Reihe von unerwarteten Hürden zu überwinden. Dennoch standen am Ende eine Reihe von vielversprechenden Erkenntnissen zu Buche.

„Der Einsatz hier ist denkbar knapp zustande gekommen“. erklärte uns Konrad nach dem Rennen. „Das hat damit angefangen das nach Sebring unsere beiden ersten Autos erst einmal Schrott waren. Wir haben beide zurückverschiffen und herrichten müssen, wobei eines der Chassis nur ausgeliehen war. Dann sind in dieser Woche 2 wichtige Mechaniker des Teams ausgefallen. Wir sind erst ganz knapp vor der Anreise hier fertig geworden und sind dann am Freitag aufgrund der Wetterverhältnisse und der roten Flagge im freien Training gar nicht zum Fahren gekommen. Der Wagen läuft hier ja anders als in der Blancpain Endurance Serie mit Michelin Reifen und einem für uns neuen Bilstein Fahrwerk. Für diese Kombination haben wir heute morgen kurz vor dem Rennen ein Setup „Pi mal Daumen“ festgelegt das dann auch einigermassen gepasst hat.“

Obwohl die Crew gegenüber den Toptems unauffällig in den Rundenzeiten blieb (im Schnitt fehlten allerdings im Rennen nur 10s auf die Topzeiten) stiess man im Verlauf des Rennens mehrfach in die Top-10 vor und beendete das Rennen auf Gesamtrang 20 im 171 Wagen grossen Feld. „Wir haben gesehen das wir vom Spritverbrauch her durchaus 9 Runden schaffen während das Gros der Konkurrenz nur 8 Runden schafft. Das mag in einem VLN-Lauf noch nicht von Relevanz sein. Im Hinblick auf die 24h ist das aber ein Fakt der uns taktisch Zusatzoptionen eröffnet.“ Zudem profitierte das Team vom Zugriff auf die „Confidential-Tyres“ von Michelin, die nun doch entgegen erster Ankündigungen des DMSB wieder zugelassen sind.

Franz Konrad versucht den Lamborghini nun im Laufe der kompletten Nordschleifensaison an den Start zu bringen: „Dieses Chassis bleibt hier am Nürburgring. Wir wollen uns dabei nicht auf ein Kundenprogramm beschränken, sondern nach Möglichkeit mit richtig schnellen Piloten ausrücken. Möglich wird das, weil wir auf Sponsorenunterstützung bauen können, so zum Beispiel unserem Haupt-Sponsor Bio-Circle. Gesichert ist derzeit der Einsatz bei den 24h sowie den vorbereitenden VLN-Läufen. Nach Möglichkeit wollen wir auch nach den 24h weiter in der VLN Langstreckenmeisterschaft antreten.“

Konrad will sich damit als langfristiger Lamborghini-Einsatzpartner am Ring empfehlen. Daneben ist nach derzeitigem Stand der Einsatz zweier weiterer Huracan in dieser Saison geplant, von denen einer in der europäischen Blancpain Endurance Serie und einer in der amerikanischen Rennszene (Weather Tech-USCC-Serie) angedacht ist.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 9. April 2016 )
 
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